Oberliga Männer:_BC_Marburg – BC_Gelnhausen 93:92 (55:46)
Basketball (hag). Die von der Erkältungs- und Grippewelle geplagten Spieler des BC_Gelnhausen haben im Oberliga-Match beim BC_Marburg laut Coach Sven Blendin „wirklich alles in die Waagschale geworfen“, am Ende hat es aber knapp nicht zum Sieg gereicht: Mit 93:92 (55:46) behielten die Mittelhessen die Oberhand und sammelten zwei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf. Für den BCG endete dagegen nach dem Sieg in der Verlängerung gegen Krofdorf diesmal ein erneuter Krimi nicht mit einem Happy End.
Der BCG_war ohne fünf Stammkräfte des Kaders (Benni Anzinger, Mateja Stevanovic, Moritz Birnkammer, David Schrimpf und Kaan Cevik fehlten) nach Marburg gereist. Doch auch die Akteure, die am Samstag auf dem Court standen, seien laut Blendin „weit davon entfernt“ gewesen, fit zu sein. „Eigentlich hatten wir nur zwei komplett fitte Spieler dabei, das waren Luca Pillot und Tarkan Gül.“ Der Rest hatte sich mehr schlecht als recht aufgemacht, um ein Basketballspiel zu bestreiten. „Eigentlich war geplant, dass jeder Spieler immer nur maximal drei Minuten am Stück auf dem Feld ist“, so Blendin. Der Plan sollte sich aber im Laufe des Matches zerschlagen_…
Pillot muss früher duschen
Bei den Marburgern, die Blendin im Vorfeld bereits als „komplette Wundertüte“ bezeichnet hatte, gab es dann tatsächlich zwei Überraschungen:_Patrick Unger, eigentlich langjähriger Coach des Marburger Bundesliga-Frauenteams, stand an der Seitenlinie. Und auf dem Court trieb David Riemer sein Unwesen, der zu seinem vierten Saisoneinsatz kam und mit 37 Punkten am Samstag seine Klasse nachwies.
„Somit standen wir in jeder Hinsicht mit dem Rücken zur Wand, aber das sind ja oft genau die richtigen Voraussetzungen für BCG-Basketball“, meinte Blendin. Und tatsächlich trotzten seine Spieler den Voraussetzungen und lieferten ein starkes Spiel. Im ersten Viertel war es ein offener Schlagabtausch mit vielen Punkten auf beiden Seiten, Jonas Müller und Görkem Cevik hielten hier die BCG-Fahne hoch.
Zu Beginn des zweiten Viertels dann bereits eine „Schlüsselszene“. Luca Pillot bekam in Folge eines Offensivfouls ein technisches Foul angehängt und nur wenige Sekunden später ein zweites obendrauf. Für den BCG-Trainer völlig unverständlich: „Es gab keine Beleidigung, gar nichts. Eine komplett überzogene Entscheidung, die in der Halle keiner verstanden hat. Aber es bedeutete für uns natürlich, dass einer von zwei gesunden Spielern die Halle verlassen musste.“ Danach waren richtige Emotionen in der Partie, Blendin holte sich auch noch ein technisches Foul ab, „aber eher, um das Geschehen wieder zu beruhigen“, so der Trainer. Auf den großen BCG-Positionen wurde es zudem noch eng, weil Jakob Meybier sein drittes persönliches Foul kassierte. Auch durch viele Freiwürfe hatte Marburg zur Pause eine 55:46-Führung herausgeworfen. Die Gelnhausen allerdings innerhalb von drei Minuten nach der Halbzeit wieder aufgeholt hatte. Viertel drei ging mit 26:18 an die Gäste, die wieder dran waren. Auch dank eines bärenstarken Jonas Müller, der beeindruckende Zahlen auflegte (35 Punkte, 20 Rebounds, sieben Assists). Marburg ging mit nur einem Zähler Vorsprung in den Schlussabschnitt.
Jakob Meybier vergibt zwei entscheidende Freiwürfe
Problem:_Meybier bekam schnell sein viertes Foul, teilweise mussten die Guards Cevik und Gül auf der Power-Forward-Position aushelfen. „Das war natürlich alles andere als der ursprüngliche Gameplan, aber wir sind trotzdem dran geblieben“, berichtete Blendin. Bis zum Schluss blieb das Spiel auf des Messers Schneide, „wir haben da eine unglaubliche kämpferische Leistung gezeigt“, lobte der Coach. Auch als Marburg auf acht Punkte weg war, gab der BCG noch nicht auf. Zwei Gül-Dreier und ein Scheffler-Fastbreak brachten die Gäste wieder ran, auf der letzten Rille laufend ging es in die letzte Minute. Marburg führte 93:92, Meybier durfte an die Linie – doch der Forward vergab beide Freiwürfe! Der BCG holte sich trotzdem nochmal die Kugel zurück, bei noch elf Sekunden auf der Uhr hatte man einen letzten Einwurf, doch man leistete sich einen Turnover, das Spiel war verloren. „Am Ende waren wir einfach zu entkräftet für den ganz großen Turnaround“, meinte Blendin, der aber keineswegs enttäuscht, sondern eher stolz war:_„Beeindruckt hat mich vor allem das Mindset der Spieler, die allen Widerständen getrotzt haben. Außerdem nehmen wir viel Positives mit, wir haben
92 Punkte gemacht, offensiv ist der Knoten geplatzt.“
Kommende Woche geht es im Heimspiel gegen den designierten Meister und Ligaprimus SKG_Roßdorf. Der Vorbereitungsplan für den BCG steht bereits:_„In erster Linie Erkältungsbäder und Wick vaporub“, meinte Blendin lachend.
BC_Gelnhausen: Batista (1), G. Cevik (21), Geimer (3), Gül (14), Meybier (6), Müller (35), Pillot (6), Remiorz, Scheffler (6).