Oberliga: MTV_Kronberg II – BC_Gelnhausen 0:20-Wertung /_Sportliche Pleite, aber Sieg am Grünen Tisch
Basketball (hag). Eigentlich war der BC_Gelnhausen am Samstag zum MTV_Kronberg II gefahren, um einen ordentlichen Saisonabschluss in der Oberliga zu feiern. Daraus wurde nichts, was aber in erster Linie nicht an sportlichen Gründen lag. Ein Eklat Mitte des zweiten Viertels überschattete eine Partie, die der BCG auf dem Court mit zehn Punkten verlor, im Nachgang aber am Grünen Tisch doch gewonnen hatte. Was wiederum nichts mit dem Eklat auf dem Spielfeld zu tun hat, sondern der Tatsache geschuldet war, dass die Taunustruppe mit Jakob Girmey einen Akteur eingesetzt hatte, der nicht für den Seniorenspielbetrieb gemeldet war.
Hängen blieben von dem sportlich bedeutungslosen Match – der MTV_Kronberg II stand aufgrund des vorherigen Sieges von Marburg gegen Krofdorf/Gleiberg bereits als zweiter Absteiger neben Schlusslicht EOSC_Offenbach fest – vor allem die äußerst unschönen Szenen, die sich Mitte des zweiten Viertels abgespielt haben.
Laut Darstellung von Gelnhausens Coach Sven Blendin gab es eine Rangelei zwischen BCG-Youngster Kaan Cevik und einem Kronberger Spieler, die letztlich eskalierte. „Es kam zu Rumschubsereien, mehrere Akteure beider Vereine waren beteiligt, um für den jeweiligen Teamkollegen Partei zu ergreifen.“ Mittendrin auf BCG-Seite nicht nur Kaan Cevik selbst, sondern auch Görkem Cevik, der seinen Bruder schützen wollte. „Das ging dann so weit, dass der gegnerische Spieler Kaan massiv bedrohte und sogar meinte, dass er ihn umbringen würde“, berichtete Blendin von den schockierenden Aussagen des Kronberger Spielers.
BCG-Lager dachte über Anzeige gegen Kronberger Spieler nach
Man habe deswegen im Lager des BCG am Sonntag sogar darüber nachgedacht, den betreffenden Spieler bei der Polizei anzuzeigen.
Ebenfalls mittendrin im Tohuwabohu auf dem Court:_BCG-Co-Trainerin Alexandra Hilliger, die versuchte, zu schlichten. Aber nicht bis zu den Spielern durchdrang. „Eher im Gegenteil, sie wurde da komplett mit reingezogen. Spätestens da hätte auch der gegnerische Trainer mal einschreiten können“, so Blendin. „Aber es war grundsätzlich schwierig, mit der Gegenseite auf Augenhöhe zu kommunizieren. Das gilt auch für den gegnerischen Trainer“, meinte der BCG-Coach.
Die Schiedsrichter, die es laut Blendin verpasst hatten, das zuvor schon aggressiv geführte und teilweise mit unfairen Mitteln befeuerte Duell zu beruhigen, schritten schließlich auch ein und verteilten unsportliche Fouls gegen den Kronberger und gegen Kaan Cevik sowie Bruder Görkem Cevik.
Basketball wurde davor und danach übrigens auch gespielt. Die jungen, bereits als Absteiger feststehenden Hausherren dominierten das erste Viertel und führten nach zehn Minuten mit 30:18. „Kronberg hat uns von Beginn an das Leben schwergemacht und sehr gut von außen getroffen. Bei uns hat dagegen der offensive Motor gestottert, wir kamen mit der aggressiven Defense des Gegners nicht zurecht und wirkten teilweise auch verkrampft“, berichtete Blendin. Im zweiten Viertel wurde die defensive Leistung des BCG_etwas besser, die unschönen Szenen Mitte des Abschnitts hatten dem Spiel aber in gewisser Weise den Stecker gezogen, wie der Gästetrainer meinte. Zur Halbzeit war Gelnhausen mit zehn Zählern hinten.
In Halbzeit zwei gelang es dem BCG nicht mehr, die Partie zu drehen. „Abgesehen von Jonas Müller, der wieder starke 36 Punkte gemacht hat, waren wir einfach in der Offensive nicht gut in Form. Wir haben teilweise einfache Layups liegen gelassen, auch von außen haben wir nicht gut genug getroffen, um das Spiel noch drehen zu können.“ Zudem hatte man sich mental auch noch nicht von den Szenen aus der ersten Halbzeit erholt, so Blendin, der von einem „sehr unangenehmen Spiel“ sprach und damit nicht nur die sportlichen Aspekte meinte.
Jonas Müller mit 36 Punkten erneut bärenstark
Am Ende waren alle froh, dass die Partie zu Ende war und es keine weiteren körperlichen Auseinandersetzungen gegeben hatte. „Es war ein Oberligaspiel, aber es hatte das Niveau von einem Kreisligaspiel. In jeder Hinsicht“, so das Fazit des Gelnhäuser Trainers, der sich einen schöneren Saisonabschluss gewünscht hätte. „Das einzig Positive, das wir mitnehmen können, ist die Tatsache, dass wir die Nerven behalten haben und nicht mehr auf die Provokationen des Gegners eingegangen sind. Am Ende habe ich dem gegnerischen Trainer die Hand gegeben und ihnen viel Glück in der Landesliga gewünscht.“ Die Freude darüber, dass der Kronberger 79:69-Sieg letztlich am Grünen Tisch noch in einen 20:0-Erfolg für Gelnhausen gedreht wurde, wollte Blendin aufgrund der Geschehnisse nicht verhehlen. „Das fühlt sich irgendwo gerecht an.“
BC_Gelnhausen: Müller (36), Geimer (10), Remiorz (7), Pillot (6), Birnkammer (5), Stevanovic (3), Meybier (2), K. Cevik, G. Cevik, Batista.